Cisco Meraki Security Hardening Release Oktober 2026: Mehrere Schwachstellen bis CVSS 9,6 behoben

Das Wichtigste in Kürze

Cisco hat mit dem Security Advisory „Cisco Meraki Security Hardening Release: October 2026“ mehrere intern entdeckte Schwachstellen in Meraki-Produkten behoben. Die höchste bewertete Schwachstelle erreicht einen CVSS Base Score von 9,6. Betroffen sind unter anderem Meraki MX Security & SD-WAN Appliances, MS Switches, MR Access Points, MG Cellular Gateways, MV Smart Cameras sowie Campus Gateways. Cisco sind derzeit keine aktiven Angriffe auf diese Schwachstellen bekannt.

Für Betreiber von Cisco-Meraki-Umgebungen besteht Handlungsbedarf, da Cisco keine Workarounds bereitstellt und ausschließlich Software-Updates zur Behebung verfügbar sind.

Quelle: Cisco Meraki Security Hardening Release: October 2026

Technischer Hintergrund

Im Rahmen einer umfassenden internen Sicherheitsüberprüfung identifizierte Cisco mehrere Schwachstellen in Meraki-Betriebssystemen und Plattformkomponenten. Die Schwachstellen wurden während interner Tests sowie mithilfe von KI-gestützten Sicherheitsanalysen entdeckt.

Cisco fasst die einzelnen Befunde nach Common Weakness Enumeration (CWE) zusammen und vergibt jeweils eine CVE pro Schwachstellenklasse.

Die Advisory umfasst unter anderem:

CVECVSS-ScoreSchwachstelle
CVE-2026-764649,6Speicherfehler (CWE-119)
CVE-2026-764638,8Unzureichende Zugriffskontrolle (CWE-284)
CVE-2026-764708,8Fehlerhafte Berechnungen (CWE-682)
CVE-2026-764728,8Command-/Argument-Injection (CWE-74)
CVE-2026-764688,2Fehlerhafte Eingabevalidierung (CWE-20)
CVE-2026-764677,5Ressourcenverwaltung (CWE-664)
CVE-2026-764697,4Control-Flow-Probleme (CWE-691)

Betroffene Produkte und Versionen

Folgende Produktfamilien sind laut Cisco betroffen:

  • Cisco Campus Gateway
  • Cisco Meraki MG Cellular Gateway
  • Cisco Meraki MR Wireless Access Points
  • Cisco Meraki MS Series Switches
  • Cisco Meraki MV Smart Cameras
  • Cisco Meraki MX Security and SD-WAN Appliances

Nicht aufgeführte Produkte gelten laut Cisco nicht als betroffen.

Auswirkungen und Risiko

Besonders relevant für Campus-Netzwerke sind die Schwachstellenklassen:

  • Speicherkorruptionsfehler (CWE-119)
  • Zugriffskontroll- und Berechtigungsprobleme (CWE-284)
  • Command- und Argument-Injection (CWE-74)
  • Fehlerhafte Eingabevalidierung (CWE-20)

Cisco weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Schwachstellen intern entdeckt wurden und derzeit keine Hinweise auf aktive Ausnutzung oder öffentliche Exploits vorliegen.

Fixed Releases, Patches oder Maßnahmen

Cisco Campus Gateway Software ReleaseFirst Fixed Release
32.232.2.5*
33.133.1.4**
Verfügbarkeit: *Ende Oktober bzw. **Mitte November 2026

Cisco Meraki MG Cellular Gateway Software ReleaseFirst Fixed Release
4.14.1.4* (late Oct 2026)
26.126.1.4
* Release 4.1.4 gilt ausschließlich für MG21/E-Geräte
Cisco Meraki MR Wireless Access Point Software ReleaseFirst Fixed Release
30.730.7.3
31.131.1.8.1
32.232.2.5
33.133.1.3
Cisco Meraki MS Series Switch Software ReleaseFirst Fixed Release
17.218.1.9
18.118.1.9
IOS XE 17.15IOS XE 17.15.6
IOS XE 17.18IOS XE 17.18.4.1
IOS XE 26.1IOS XE 26.1.2
Cisco Meraki MV Smart Camera Software ReleaseFirst Fixed Release
78.0
Cisco Meraki MX Security and SD-WAN Appliance Software ReleaseFirst Fixed Release
18.118.107.14*
19.219.2.9*
26.126.1.7
26.226.2.3
* Cisco weist darauf hin, dass die Versionen 18.107.14 und 19.2.9 gegebenenfalls über den Meraki-Support angefordert werden müssen. Release 19.2.9 wird ausschließlich für Meraki Z3 empfohlen.

Workarounds

Cisco stellt keine Workarounds oder Mitigations bereit. Die Behebung erfolgt ausschließlich durch Installation der korrigierten Softwarestände.

Handlungsempfehlungen

  1. Bestandsaufnahme aller eingesetzten Meraki-Plattformen durchführen.
  2. Aktuelle Firmwarestände mit den im Advisory genannten Fixed Releases vergleichen.
  3. Upgrade-Fenster für MX-, MS-, MR- und MG-Plattformen priorisiert planen.
  4. Cloud-verwaltete Catalyst-Geräte zusätzlich gegen die zugehörigen Cisco IOS XE Security Hardening Advisories prüfen.
  5. Nach dem Upgrade die erfolgreiche Versionsumstellung im Meraki Dashboard dokumentieren.
  6. Umgebungen mit Internet-exponierten MX-Systemen und zentralen Campus-Switching-Plattformen bevorzugt aktualisieren.

Fazit

Das Advisory adressiert mehrere sicherheitsrelevante Schwachstellenklassen in zentralen Cisco-Meraki-Komponenten. Aufgrund eines maximalen CVSS Base Scores von 9,6 und fehlender Workarounds sollten betroffene Betreiber die von Cisco bereitgestellten Fixed Releases zeitnah in ihre Upgradeplanung aufnehmen. Aktive Ausnutzung der Schwachstellen ist Cisco derzeit nicht bekannt.

Quellen

Von Bernd Greiner

Bernd ist Senior System Engineer für Network bei der Advanced UniByte GmbH in Metzingen. Schwerpunkte auf Cisco Campus Network und Network Access Control Lösungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert