Cisco ISE: Kritische Sicherheitslücken ermöglichen Remote Code Execution

Cisco hat im September 2026 mehrere kritische Sicherheitsmeldungen für die Cisco Identity Services Engine (ISE) und den Cisco ISE Passive Identity Connector (ISE-PIC) veröffentlicht. Die Advisories umfassen Authentication Bypass, Remote Code Execution (RCE), SQL-Injection, Path Traversal und weitere Schwachstellen mit Bewertungen bis CVSS 10.0. Für alle veröffentlichten Schwachstellen stehen Sicherheitsupdates bereit. Cisco weist darauf hin, dass für mindestens eine Schwachstelle bereits aktive Ausnutzungsversuche bekannt sind.

Zur Behebung der Schwachstellen stellt Cisco entsprechende Sicherheitsupdates sowie ein umfassendes Security-Hardening-Release bereit.

Betroffene Produkte

Von den Schwachstellen betroffen sind verschiedene Versionen von Cisco Identity Services Engine. Das Advisory Cisco Identity Services Engine Remote Code Execution Vulnerabilities betrifft ausschließlich Cisco ISE. Das Advisory Cisco Identity Services Engine Remote Code Execution and Path Traversal Vulnerabilities betrifft sowohl Cisco ISE als auch Cisco ISE-PIC.

Die Schwachstellen im Überblick

Die September-Veröffentlichung umfasst mehrere Advisories mit unterschiedlichen Auswirkungen, darunter:

  • Authentication Bypass
  • Remote Code Execution (RCE) als Folge erfolgreicher Angriffe
  • SQL Injection
  • XML External Entity (XXE)
  • InjectionArbitrary File Access

Besonders kritisch ist CVE-2026-76423, die einem nicht authentifizierten Angreifer administrativen Zugriff über die REST-API ermöglichen kann. Cisco bewertet die Schwachstelle mit CVSS 10.0

Parallel dazu veröffentlicht Cisco ein umfassendes Hardening-Release, das mehrere intern identifizierte Schwachstellen behebt. Laut Cisco wurden diese Schwachstellen im Rahmen von Security Reviews und internen Tests identifiziert. Cisco bestätigt darüber hinaus, dass mindestens eine Schwachstelle aus der Kategorie Access Control bereits aktiv ausgenutzt wird.

Zu den wichtigen adressierten Schwachstellen gehören:

CVESchwachstelleCVSS
CVE-2026-20130Command- und Code-Injection10.0
CVE-2026-20192Authentication Bypass / Access Control10.0
CVE-2026-20194Unrestricted File Upload9.1
CVE-2026-20234Unsichere Credential-Verarbeitung9.9
CVE-2026-20237Input Validation / Path Traversal9.9

Gibt es Workarounds?

Nein. Cisco gibt in den veröffentlichten Advisories an, dass keine Workarounds oder Mitigations zur Verfügung stehen, die die Schwachstellen wirksam entschärfen. Die Installation der bereitgestellten Softwareupdates ist daher die empfohlene Schutzmaßnahme.

Empfehlung

Da mehrere Schwachstellen CVSS-Werte von 10.0 erreichen und Cisco bereits aktive Ausnutzung einzelner Schwachstellenklassen bestätigt, sollten betroffene ISE-Umgebungen zeitnah auf die empfohlenen Patchstände aktualisiert werden. Da keine Workarounds verfügbar sind, stellt ein Software-Update die einzige nachhaltige Schutzmaßnahme dar

Wer die Schwachstellen aus den beschriebenen Advisories vollständig schließen möchte, sollte mindestens auf folgende Softwarestände aktualisieren:

Cisco ISE or ISE-PIC ReleaseFirst Fixed Release
Earlier than 3.1Migrate to a fixed release.
3.13.1 Patch 12
3.23.2 Patch 11
3.33.3 Patch 12
3.43.4 Patch 7
3.513.5 Patch 4

1 Cisco ISE-PIC has reached the end-of-sale date. Release 3.4 is the last supported release.

Fazit

Mit den September-Updates veröffentlicht Cisco eine der umfangreichsten Sicherheitskorrekturen für Cisco ISE der vergangenen Jahre. Besonders die Kombination aus Authentication Bypass, Injection und Access Control Schwachstellen mit Bewertungen bis CVSS 10.0 macht eine kurzfristige Aktualisierung produktiver ISE-Systeme empfehlenswert.

Weitere Informationen

Advanced UniByte Empfehlung: Kunden mit Cisco ISE sollten ihre eingesetzten Versionen umgehend prüfen und verfügbare Sicherheitsupdates zeitnah einplanen.

Von Bernd Greiner

Bernd ist Senior System Engineer für Network bei der Advanced UniByte GmbH in Metzingen. Schwerpunkte auf Cisco Campus Network und Network Access Control Lösungen

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